Freitag, 26. September 2014

Analyse von Argumenten und Floskeln

Mit diesem Beitrag möchte ich einmal die dümmsten Argumentationsversuche genauer unter die Lupe nehmen, die fallen, wenn man das Thema Blond-Diskriminierung anspricht:  

"Es sind doch nur Witze."

Das mag auf solche Witzeerzähler zutreffen, die einfach nur nachplappern was sie gehört haben ohne darüber zu reflektieren. Bei den meisten Leuten konnte ich aber immer eine gehörige Portion Schadenfreude erkennen. Bei den brünetten Damen war es Schadenfreude und Konkurrenzdenken. Bei den Männern die Möglichkeit, ihren Sexismus auszuleben. Gegenüber blonden Frauen hat man in dieser Hinsicht freie Bahn. Es scheint mir auch manchmal der Gruppendruck unter Männern zu sein, sich machohaft zu benehmen.

"Bei den blonden Weibern im Fernsehen braucht ihr euch über euren Ruf nicht wundern."

Ja, das Fernsehen. Die Quelle jeglicher Wahrheit. Dieses Argument ist äußerst dämlich, kommt aber sehr häufig vor. Ja, die gebleichten Brünetten, die mit Silikonbrüsten die Boulevardmedien dominieren sind natürlich "der Beweis“, dass blonde Frauen dumm sind. Erstaunlich was die Medienbranche für eine propagandistische Meisterleistung vollbracht hat. Man färbe einer Brünetten die Haare blond, drücke ihr ein Skript in die Hand und gebe ihr den Auftrag, das Dummchen zu spielen. Man betreibe diese Art der Propaganda jahrzehntelang, bis sich der Glaube blond = dumm ins Stammhirn gefressen hat. Aufwachen TV-Lemminge!

"Dieses Vorurteil ist nun mal gesellschaftlich verankert."

Na dann, muss man ja nichts dagegen unternehmen. Warum haben sich bloß Frauen gewehrt, wo es doch „gesellschaftlich verankert“ war, dass sie unter dem Mann stehen? Eine extrem dumme Argumentation und ein Indiz dafür, dass man diese Form der Diskriminierung in Ordnung findet.

"Damit musst du leben."

Ja danke. Eine sehr nette und empathische Aussage. Ehrlicher wäre die Aussage: "Geht mir doch am A**** vorbei, ob du darunter leidest."

"Dann färb' dir doch die Haare dunkel."

Warum sollte man sein natürliches Aussehen verändern? Das Problem liegt doch nicht bei uns, sondern bei denen, die uns angreifen. Sollen Rothaarige sich die Haare dunkel färben oder Dunkelhäutige sich die Haut bleichen, wenn es diese Möglichkeit gäbe?

"Also ich persönlich sehe das nicht so, dass ihr diskriminiert werdet."

Das liebste Argument. Wenn der nicht Betroffene zum Betroffenen sagt, es wäre nicht so.

"Das ist nun mal Meinungsfreiheit."

Warum ist die Diskriminierung von Blonden eigentlich Meinungsfreiheit und bei anderen Gruppen Rassismus? Doppelmoral? Sollte nicht jeder Mensch so respektiert werden, wie er geboren wurde, ohne ständig attackiert zu werden?

"Ihr werdet bevorzugt, darum müsst ihr das aushalten."

Weder ich noch andere Blonde, die ich kenne, wurden je bevorzugt. Man hört dieses neidische Argument aber recht oft. Wahrscheinlich, weil es von den Medien geschürt wurde. Nein, wir werden nicht bevorzugt und müssen gar nichts "aushalten". Hört endlich mit eurem Neid und eurer Missgunst uns gegenüber auf!

"Du nimmst das zu persönlich."

Ganz ehrlich? Gibt es etwas Persönlicheres, als einen Menschen aufgrund seiner körperlichen Merkmale anzugreifen? Über eine Gruppe, seien es jetzt Blonde, Schwarze, Rothaarige usw., abfällig zu reden und dann zu der Person, welcher dieser Gruppe angehört, zu sagen, sie solle das nicht persönlich nehmen ist unverschämt.

"Andere Menschen müssen viel schlimmere Diskriminierungen erdulden als ihr."

Das stimmt natürlich, ist aber ein bequemer Schachzug, um die eigenen Unverschämtheiten zu entschuldigen.

"Es gibt eh kaum noch echte Blonde und die, welche sich die Haare färben sind selber schuld." 
 
Falsch, es gibt noch genug echte Blonde. Die Medien geben da ein falsches Bild ab, weil dort fast nur gebleichte Brünette zu sehen sind. Im realen Leben, abseits der Mattscheibe, sehe ich oft naturblonde Menschen. Wenn man sich aber einredet, es gäbe keine echten Blonden mehr, sinkt die moralische Hemmschwelle, denn Naturblonde anzugreifen hat doch den Touch von "Rassismus". Da ist es natürlich bequem und beruhigend für das eigene Gewissen, wenn man sich einredet, die Haarfarbe Blond wäre etwas Künstliches, Unnatürliches, eine freie Wahl, etwas, dass man sich beim Friseur machen lässt, aber nichts was noch häufig natürlich vorkommen würde, womit Menschen geboren werden. Aber lasst euch sagen, so schnell werden wir Naturblonde nicht von der Erde verschwinden! Totgeglaubte leben länger.

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